Terror in Halle am Jom Kippur

Terror in Halle am Jom Kippur

KRM verurteilt den Anschlag und fordert schnelle Aufklärung
Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) verurteilt den Terrorangriff in Halle aufs Schärfste und bekundet der jüdischen Gemeinde in Halle sowie allen jüdischen Mitbürgern in Deutschland seine Anteilnahme. Die Umstände der Tat, der Angriff auf eine Synagoge während der jüdischen Feierlichkeiten zum Jom Kippur als auch die Tatsache, dass die Tat durch den Täter online verbreitet wurde, rufen Erinnerungen an Chrischurch wach und verdeutlichen uns, dass der Terror keinen Glauben und keine Nationalität hat. Zwei Menschen sind Opfer dieser schändlichen und feigen Tat geworden. Viele konnten dem Tot nur knapp entkommen.
Der KRM fordert eine lückenlose Aufklärung der Hintergründe dieser Tat. Es darf nicht als die Tat eines Einzeltäters abgetan werden. Vielmehr sollte uns die Tat wachrütteln und uns zu denken und Anlass zum Handeln geben. Über den wachsenden Antisemitismus mitten unter uns, der Erinnerungen an die dunkelsten Kapitel unserer Geschichte hervorbringt. Aber auch über die wachsende Menschenfeindlichkeit unserer Gesellschaft, die allzu oft im Deckmantel der Islam- bzw. Fremdenfeindlichkeit allzu oft geduldet, teilweise sogar salonfähig wird. Als Muslime und Moscheegemeinden sind wir uns der Bedrohungslage leider allzu sehr bewusst. Seit Monaten werden Moscheen mit Bombendrohungen überhäuft. Dass diese keine leeren Phrasen sind, zeigt dieser Angriff aufs deutlichste. Und es verdeutlicht die Gefahr, die die Anteilslosigkeit von Politik und Öffentlichkeit mit sich bringt. Nach Neuseeland und Sri Lanka wurden erneut Menschen bei einer religiösen Handlung als Opfer ausgewählt. Diesmal vor unserer Haustür. Von einem Täter, der sich selbst zum Retter des Abendlandes erklärt, seinem Hass freien Lauf lassend versuchte, mit Terror und Gewalt ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen für Hass und Terror, ein Zeichen für Antisemitismus, Islamhass und Fremdenfeindlichkeit. Dazu der KRM Sprecher Dr. Zekeriya Altuğ: „Eine Normalität von Fremdenhass darf es nicht geben. Ungeachtet der Religion, Weltanschauung, kulturellen oder ethnischen Herkunft, dieser Terrorakt ist gegen uns alle gerichtet, er ist gegen unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland gerichtet. Als Koordinationsrat der Muslime gemeinsam mit den sechs Islamischen Religionsgemeinschaften und ihren nahezu zwei tausend Gemeinden bundesweit sagen wir Muslime mit einer Stimme: „Nicht mit uns!“ Wir werden diesen Schrei nach Hass und Zwietracht, mit der Stimme der Vernunft und der Toleranz beantworten und diesen Akt des Terrors mit einer Haltung der Solidarität und einem Schulterschluss gegen die Spaltung unserer Gesellschaft erwidern. Daher brauchen wir eine Allianz gegen Hass und gegen die Spaltung unserer Gesellschaft mit allen Akteuren der Gesellschaft, die sich der Menschenfeindlichkeit entschieden entgegensetzt. Wir brauchen eine Allianz der Toleranz und der Vernunft.“
Als KRM stehen wir gemeinsam mit unseren jüdischen Geschwistern und möchten ihnen unsere Anteilnahme bekunden Den beiden Opfern und ihren Angehörigen sprechen wir unser Beileid aus. Unsere Gedanken sind bei ihnen.

Mitglieder im KRM:
DITIB – Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.
IRD – Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland e.V.
VIKZ – Verband Islamischer Kulturzentren e.V.
UIAZD – Union Islamisch Albanischer Zentren in Deutschland e.V.
ZRMD – Zentralrat der Marokkaner in Deutschland e.V.
ZMD – Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.